Der Ablauf im Schlaflabor

Neben schlafabhängigen Atemstörungen existieren noch ca. 80 weitere schlafspezifische Störungen – von der allseits bekannten Insomnie (Ein- und Durchschlafstörungen), über Parasomnien (spezielle Ereignisse im Schlaf wie Schlafwandeln, Pavor nocturnus, Alpträume oder REM-Verhaltensstörungen) bis hin zu Hypersomnien (erhöhte Tagesschläfrigkeit) und ausgeprägter Tagesmüdigkeit, denen mannigfaltige – auch organische Ursachen – zugrundeliegen können. Diese erkennt man nur mittels einer videoüberwachten nächtlichen Schlafableitung, der sog. Polysomnographie, bei der alle wichtigen Körperfunktionen (EEG (Hirnstrommessung), EMG (Messung von Muskelaktivitätsstörungen), EKG (Messung der Herzfunktion), Herzfrequenzmessung, nicht-invasive Blutdruckmessung, sympathomimetische Balance, Sauerstoff- und Atmungsmessung, Körpertemperatur und Körperlage, und weiteres mehr) überwacht, aufgezeichnet und ausgewertet werden. Das Schlaflabor Schwerin verfügt über modernste Apparaturen für diese diagnostischen Zwecke.

Die Polysomnograpie, die Aufzeichnung von Körperfunktionen während einer oder mehrerer Messungen im Schlaflabor, ist die Schlüsseldiagnostik zur Abklärung dieser verschiedenen Störungen des Schlafes. Sie ist indiziert bei allen Formen, wenn die Schlafstörung bereits mehr als 6 Monate wenig erfolgreich behandelt wurde und die Ursache der Schlafstörung oder der Tagesmüdigkeit anderweitig nicht diagnostiziert wurde oder eine bisherige Behandlung keine Linderung brachten.

Eine genauere Darstellung der Polysomnographie finden Sie hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Polysomnographie
http://www.schlaf.de

Erhöhte Tagesmüdigkeit oder „chronische Müdigkeit“ werden in Untersuchungen am Tage diagnostiziert: Ein Patient wird im Verlaufe des Tages alle zwei Stunden ins Bett gelegt mit der Aufforderung, nach Möglichkeit einzuschlafen (multipler Schlaf-Latenz-Test, MSLT) oder wach zu bleiben („Maintenance of Wakefulness-Test“, MWT).

Ursachen von Schlafstörungen sind vielfältig: sie reichen von besonderen Lebensumständen (z.B. Schichtarbeit) über psychische Störungen (z.B. Depression) bis hin zu organischen Ursachen (z.B. erhöhte Anfallsbereitschaft/Epilepsie, periodische Beinbewegungen/RLS, Narkolepsie, Herzrhythmusstörungen).

Nur durch eine differenzierte Analyse der vorliegenden Schlafstörung mit der Polysomnographie ist eine effektive und individuell angepaßte Behandlung möglich.